Der Arbeitsbereich organisiert regelmäßig wissenschaftliche Tagungen, die eng mit seinen Forschungsschwerpunkten verbunden sind. Sie finden auf dieser Seite Informationen zu anstehenden Tagungen und zu den wichtigsten Tagungen der vergangenen Jahre, insbesondere das jeweilige Tagungsprogram sowie einen Tagungsbericht.
04.-05.09.2025 Köln
8. Jahrestagung des Netzwerks „Qualitative Forschung in der Sportwissenschaft
25.–27.09.2025 Wien
16-19.09.2025 Münster
27. dvs-Hochschultag
8. Jahrestagung des »Interdisziplinäre Arbeitskreis Phänomenologien und Soziologie« (IAPS) der DGS-Sektion »Soziologische Theorie«
6. und 7. Juni 2024
Der »Interdisziplinäre
Arbeitskreis Phänomenologien und Soziologie« (IAPS) widmet sich der Aufgabe,
die Vielfalt phänomenologischer Ansätze mit Blick auf die soziologische
Theoriebildung und empirische Forschung zu diskutieren. Besondere
Aufmerksamkeit erhalten dabei phänomenologische Zugänge, die noch nicht im
Mainstream der Soziologie angekommen sind. Hierzu zählt die von dem Kieler
Philosophen Hermann Schmitz (1928-2021) entwickelte »Neue Phänomenologie«,
obgleich sie in der deutschsprachigen Soziologie seit gut 30 Jahren mit stetig
wachsendem Interesse rezipiert wird.
Im Mittelpunkt der
soziologischen Rezeption der Neuen Phänomenologie steht seit den 1990er Jahren
Schmitz' Leibphänomenologie. Schmitz selbst hatte sich zwar dagegen gewehrt,
seinen Ansatz auf eine Leibphänomenologie zu reduzieren, weil das der theoretischen
und thematischen Breite seines philosophischen Werks nicht annähernd gerecht
werde. Die Soziologie nutzt gleichwohl primär Schmitz' phänomenologische
Leibtheorie für ihre Fragestellungen. Diese lagen zunächst schwerpunktmäßig in
den Bereichen Geschlechter-, Arbeits-, Körper- und Sportsoziologie, später
bspw. auch in der Gewalt- und Techniksoziologie. Seit gut zehn Jahren setzt
sich die Soziologie verstärkt mit Schmitz' Atmosphären-, Raum- und
Situationstheorie auseinander, die sie für atmosphären-, emotions- und
rechtssoziologische sowie sozialisationstheoretische Untersuchungen nutzt.
Darüber hinaus finden sich mittlerweile einige sozial- und
gesellschaftstheoretische Publikationen, die auf Schmitz' Phänomenologie
rekurrieren.
Angesichts des stetig
zunehmenden soziologischen Interesses an der Neuen Phänomenologie widmet sich
die 8. Jahrestagung des IAPS explizit dem Ansatz von Hermann Schmitz. Im
Zentrum der Tagung steht die generelle Frage, in welcher Hinsicht die
Neue Phänomenologie für die Soziologie bedeutsam war, ist und zukünftig sein
könnte. Mit dieser bewusst offen formulierten Themenstellung ist die
Absicht verbunden, die Schmitz-Rezeption in der Soziologie sowohl zu resümieren
als auch weiterzuführen.
Jahrestagung der dvs-Sektion Sportphilosophie zum Thema "Existenzielle Gefühle im Sport"
16. und 17. November 2023
Sport ist eine
ausgezeichnete Gelegenheit, Gefühle zu erleben. Sport bereitet Freude, macht Spaß
und mitunter stolz, er ist spannend und für manche ein bewusst aufgesuchter Nervenkitzel,
Sport weckt Hoffnungen und Sehnsüchte, bereitet gelegentlich aber auch Sorgen,
ruft Ängste hervor, verursacht Ärger und mitunter Leid. Eine Eigenart des
Sports scheint zu sein, dass er nicht nur solche gewissermaßen alltägliche
Gefühle hervorbringt, sondern ebenso regelmäßig außeralltägliche Gefühle.
Gemeint sind damit gelegentliche, gleichwohl wiederkehrende individuelle oder
kollektive Gefühle, die den gewohnten – normativ festgelegten, sozial verpflichtenden,
personal erwünschten oder erhofften – Gefühlsrahmen sprengen. Um nur einige
Beispiele zu nennen:
Mit einem Ausdruck des
britischen Philosophen Matthew Ratcliff lassen sich solche außeralltäglichen
Gefühle als existenzielle Gefühle bezeichnen. Existenzielle Gefühle im
Sport verstehen wir dabei als fundamentale
Gefühle, die das menschliche Da-
und Sosein aus den Fugen heben. Existenzielle Gefühle überwältigen die von
ihnen ergriffene Person so sehr, dass sie ihre „Fassung“ verliert (Hermann Schmitz).
Die von einem Gefühl voll und ganz bemächtige Person ist fassungslos, und ob
sie ihre Fassung je wiederfindet, ist nicht gewiss. Das gilt etwa für Traumata
in Folge der mit sexuellen Übergriffen einhergehenden Ängste und Schamgefühle. Existenzielle
Gefühle haben in diesen Fällen eine personal
transformative Kraft: Die von einem mächtigen Gefühl in ihren Grundfesten
erschütterte Person ist nicht und womöglich nie mehr dieselbe, die sie vor
diesem Ereignis war. Die transformative Kraft existenzieller Gefühle weist
dabei sicherlich unterschiedliche Intensitätsgrade auf: Der Schock aufgrund der
Niederlage in letzter Sekunde des geliebten Vereins im Champions League-Finale
wird vermutlich leichter zu bewältigen sein als die wiederkehrenden
Demütigungen im Sportunterricht. Ungeachtet solcher Unterschiede ist das
gemeinsame Merkmal existenzieller Gefühle ihre Nachhaltigkeit. Anders als die kurzfristigen, flüchtigen Alltagsgefühle
im Sport ist die Wirkkraft existenzieller Gefühle im Sport langfristig und
grundlegend. Das gilt nicht nur für persönliche Gefühle, sondern ebenso für
kollektive Gefühle. Für die Gemeinde der Schalke-Fans ist der Sachverhalt, dass
ihr Verein 2001 lediglich „Meister der Herzen“ wurde, ein bis heute
nachwirkendes, schmerzhaftes Kollektivereignis.
Mit der Jahrestagung 2023
der Sektion Sportphilosophie ist die Idee verbunden, die existenziellen Gefühle im Sport in den Aufmerksamkeitsfokus der
Sportwissenschaft zu rücken. Denn obgleich Gefühle, Emotionen, Affekte,
Stimmungen und Atmosphären in den verschiedenen sportwissenschaftlichen
Disziplinen durchaus – mal mehr, mal weniger – thematisiert werden, spielen existenzielle
Gefühle in dem beschriebenen Sinne kaum eine Rolle.
XXX. Symposion der Gesellschaft für Neue Phänomenologie.
14. – 16. April 2023, Goethe Universität Frankfurt a.M., Campus
Westend
Tagungsbericht von Jerome Barrick
Den Eröffnungsvortrag von Prof. Gugutzer zu "Phänomenologie
und Sport" finden Sie hier.
Sport ist weltweit eine
der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Menschen. Warum ist das so? Was
gefällt Menschen daran, einem Ball hinterherzulaufen und zu treten, bei Wind
und Wetter Fahrrad zu fahren, über Wiesen und Wege zu laufen, in Schwimmbecken
Bahnen zu ziehen, künstliche Felswände hochzuklettern, Gewichte zu stemmen, auf
einen anderen Menschen einzuschlagen und selber geschlagen zu werden? Was ist
attraktiv daran, sich selbst gesetzten beziehungsweise durch die Sportart
vorgegebenen Bewegungsproblemen hinzugeben, sich körperlich anzustrengen oder
bis zur Erschöpfung zu verausgaben?
Die Beliebtheit des Sports
zeigt sich aber nicht nur darin, dass er von unglaublich vielen Menschen aktiv
ausgeübt wird, sondern gleichermaßen von sehr vielen auch konsumiert wird.
Menschen mögen es offenkundig nicht nur, sich selbst sportlich zu bewegen,
sondern andere dabei zu beobachten, wie diese sich sportlich bewegen. Echten
Bewegungskönnern bei ihrem Tun zuzuschauen, ist faszinierend, spannend, auf-
und vielleicht auch erregend. Die Popularität des Sports basiert so gesehen auf
dem Sachverhalt, dass in seinem Mittelpunkt körperliche Bewegungen stehen,
denen ein leibliches Bewegtsein korrespondiert. Sport ist beliebt, weil er das
spürbare Erleben von Bewegungen institutionalisiert hat. Anknüpfend an diese
These präsentiert das Symposium vielfältige phänomenologische Analysen des
Sports und verwandter Bewegungskulturen. Aus (nicht nur) neophänomenologischer
Sicht thematisieren die Vorträge vor allem das eigen- und transleibliche
Erleben in verschiedenen Sportpraktiken und Bewegungskontexten, darüber hinaus
auch Gefühle und Regeln des Sports sowie den Sport als Situation und
Atmosphäre.
Leibliche Interaktion. Phänomenologische Annäherungen an einen soziologischen Grundbegriff
3. Tagung des „Interdisziplinären Arbeitskreises Phänomenologien und Soziologie“ (IAPS) der DGS-Sektion „Soziologische Theorie“
28. und 29. Juni 2018, Goethe-Universität Frankfurt a.M.
Tagungsbericht, erschienen in: Sport und Gesellschaft, Heft 15, S. 303-309
Körper als Subjekt qualitativer Sozialforschung
Gemeinsame Frühjahrstagung der DGS - Sektionen „Soziologie des Körpers und des Sports“ und „Methoden der Qualitativen Sozialforschung“
06. bis 07.03.2015, Goethe-Universität Frankfurt a. M.
Campus Westend, Grüneburgplatz 1, PEG Gebäude, 1. OG, Raum PEG 1.G 191
Tagungsbericht, erschienen in: Soziologie, 2016, Heft 1, S. 78-81
Sich selbst vermessen. Self-Tracking in Sport und Alltag.
Tagung des Instituts für Sportwissenschaften, Abteilung Sozialwissenschaften des Sports
27. bis 28.06.2014, Goethe-Universität Frankfurt a. M.
Campus Sportwissenschaften, Ginnheimer Landstraße 39
Sport im Film. Sozial- und kulturwissenschaftliche Zugänge im Dialog.
Wissenschaftliche, interdisziplinär ausgerichtete Fachtagung
25. bis 26.01.2013, Goethe-Universität Frankfurt a. M.
Campus Sportwissenschaften, Ginnheimer Landstraße 39
Körper, Kult und Konfession. Religiöse Dimensionen des Sports und Körperkults.
Soziologische Tagung zu den religiösen Dimensionen des Sports und des Körperkults.
25. bis 27.11.2010, Goethe-Universität Frankfurt, a. M.