BFR-Training

Hintergrund

Lange Zeit ging man davon aus, dass im Krafttraining moderate bis hohe Widerstände eingesetzt werden müssen, wenn Zuwächse der Muskelkraft und –masse induziert werden sollen. Diese Ansicht spiegelt sich auch in den Trainingsempfehlungen unterschiedlicher internationaler Institutionen wieder. So gibt beispielsweise das American College of Sports Medicine eine untere Belastungsgrenze von ~60% des Einwiederholungsmaximums (1RM) an, wenn es das Ziel ist funktionelle und strukturelle Anpassungen der Muskulatur zu induzieren. Seit einiger Zeit mehren sich jedoch die Ergebnisse, dass die genannten Adaptationen auch mit deutlich niedrigeren Belastungsintensitäten erzielt werden können, wenn gleichzeitig die Blutzufuhr zum arbeitenden Muskel mit Hilfe von (aufblasbaren) Manschetten gedrosselt wird. Diese Trainingsmethode nennt sich Blutflussrestriktionstraining (BFR-Training). 

Der Arbeitsbereich Sportmedizin und Leistungsphysiologie setzt sich mit gesundheitlichen und leistungsphysiologischen Aspekten dieser Trainingsmethode auseinander.

Positionspapier

Gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) hat der Arbeitsbereich für Sportmedizin und Leistungsphysiologie ein wissenschaftliches Positionspapier zum Blood-Flow-Restriction (BFR) Training im Leistungssport entwickelt. Dieses Papier, unterstützt von zehn namhaften Standesorganisationen, beleuchtet die Mechanismen, Effekte und Sicherheit des BFR-Trainings und dient als Orientierung für zukünftige Forschungsinitiativen und die Praxisanwendung.

Projekt: BFR-Induced Muscle Damage 

Das Bundesinstitut für Sportwissenschaften (BISp) fördert ein dreijähriges Projekt zur systematischen Untersuchung des Einflusses verschiedener Belastungsnormativa des BFR-Trainings auf die Schädigung der Skelettmuskulatur. Dabei werden u.a. Biomarker im Blut, muskuläre Kontraktilität, muskuläre Steifigkeit, Muskelkraft, verzögert eintretender Muskelkater (DOMS) und Wärmeentwicklung auf der Hautoberfläche über 72 Stunden nach der Belastung erfasst.